Kastration des Hundes – Vorteile, Nachteile, Mythen

Hund Kastration Beitrag LebensPuls 123rf

Das Wichtigste zur KastrationHund Kastration Opteration Beitrag LebensPuls 123rf

  • der Tierarzt darf keine Bedenken gegen die Kastration des jeweiligen Hundes haben
  • es gibt Auswirkungen auf das Verhalten (positive + negative)
  • der Eingriff ist für Hündinnen aufwändiger, schwieriger, länger als für Rüden
  • es gibt Alternativen – Sterilisation oder chemische Kastration

Kastration des Hundes

Alleine, dass Sie sich in diesem Moment mit dem Thema der Kastration für Ihren Hund auseinandersetzen, zeigt deutlich, dass Sie sich darüber Gedanken machen und eine Kastration Ihres Hundes nicht einfach machen lassen, weil das vielleicht die große Masse einfach so macht oder weil dies immer schon so praktiziert wurde.

Der vorrangige Zweck einer Kastration

Der Zweck einer Kastration bei der Hündin oder beim Rüden besteht darin, das Tier auf Dauer unfruchtbar zu machen. Dies kann aus gesundheitlichen Gründen sinnvoll oder auch notwendig sein. Meist soll damit aber ungewollter Nachwuchs verhindert werden. Es gibt allerdings noch andere Gründe eines Hundehalters, sein Tier kastrieren zu lassen.

Die Kastration bei der HündinHund Kastration Hündin Beitrag LebensPuls 123rf

Bei dem Eingriff der Kastration werden die Keimdrüsen, bei der Hündin sind das die Eierstöcke, entfernt. Eine Kastration ist irreversibel, kann also nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Kastration erfolgt unter Vollnarkose und ist bei der Hündin aufwändiger und dauert länger als beim Rüden. Vor der Kastration darf die Hündin ca. 12 Stunden nichts mehr fressen. Für die OP wird der Operationsbereich am Bauch rassiert, desinfiziert und schließlich der Hündin unter Narkose geöffnet. Nun wird die Gebärmutter vorgelagert um an die Eierstöcke ran zu kommen. Dann werden die Eierstöcke entfernt, die Gebärmutter wieder in ihre normale Position gebracht und zugenäht. Dieser Eingriff kann bis zu einer Stunde dauern. Die Fäden können nach ca. 10 Tagen gezogen werden.

Durch die Entfernung der Keimdrüsen werden Sexualhormone nur noch in den Nebennieren produziert. Es kommt also zu einer geringeren Ausschüttung von Sexualhormonen und diese auch in veränderter Form.
Kastrierte Hündinnen können nicht mehr Läufig werden, haben keine Regelblutungen mehr, keine mehr oder weniger aufgeschwollenen Genitalien und sind für das männliche Geschlecht nicht mehr unwiederstehlich. Werden also nicht weiter von liebestollen Rüden umgarnt.

Die Kastration beim RüdenHund Kastration Rüde Beitrag LebensPuls 123rf

Auch hier werden beim Eingriff der Kastration die Keimdrüsen entfernt. Beim Rüden sind dies die Hoden. Die Kastration ist irreversibel, kann also nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Kastration erfolgt unter Vollnarkose und ist beim Rüden einfacher und schneller als bei der Hündin. Vor der Kastration darf der Rüde ca. 12 Stunden nichts mehr fressen. Für die OP wird auch beim Rüden der Operationsbereich rassiert und desinfiziert und unter Narkose operiert. Beim Rüden wird am Hodensack ein Schnitt durchgeführt, die Samenstränge werden abgebunden und die Hoden werden entnommen. Danach wird wieder zugenäht. Dieser Eingriff dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Die Fäden können nach ca. 10 Tagen gezogen werden.

Durch die Entfernung der Keimdrüsen werden Sexualhormone nur noch in den Nebennieren produziert. Es kommt also zu einer geringeren Ausschüttung von Sexualhormonen und diese auch in veränderter Form. Kastrierte Rüden zeigen daraufhin kein oder stark verringertes Interesse am anderen Geschlecht. Ein paar Ausnahmen vollziehen dennoch den Deckackt.

Eine Kastration ist erst zulässig nach tierärztlicher Indikation

Nach § 6 des Tierschutzgesetzes, ist eine Kastration erst zulässig, wenn der Tierarzt keine Bedenken hat.

Im Tierschutzgesetzt steht dazu folgendes:

§ 6 (1) Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres. Das Verbot gilt nicht, wenn
1. der Eingriff im Einzelfall
a) nach tierärztlicher Indikation geboten ist oder
b) bei jagdlich zu führenden Hunden für die vorgesehene Nutzung des Tieres unerlässlich ist und tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen.

Kastration ist nicht gleich Sterilisation

Bei der Sterilisation werden die Keimdrüsen des Hundes nicht entfernt sondern nur durchtrennt. Dieser Eingriff führt ebenfalls zur Unfruchtbarkeit, kann aber wieder rückgängig gemacht werden. Bei der Kastration wird in den Hormonhaushalt eingegriffen. Bei der Sterilisation wird der Hund sein Sexualverhalten nicht ändern.

Kosten der Kastration

Die Kosten richten sich an die Gebührenordnung der Tierärzte. Beim einzelnen Tierarzt variieren die Kosten immer etwas. Die Operation des Rüden liegt bei ca. € 50 bis € 150 und bei der Hünden bei ca. € 150 bis € 500.

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Nach einer Kastration bekommt der Hund Schmerzmittel.

Die nächste Zeit ist Schonung angesagt. Eher kürzeres Gassi-Gehen und kein Hundesport bis die Wunde gut verheilt ist.

Die Fäden werden ca. 10 Tage nach der OP gezogen.

Um die Wunde vor dem Schlecken oder Kratzen des Tieres zu schützen und damit diese schnell und problemlos verheilen kann, empfehlen wir einen Body für die Hündin und ein Höschen für den Rüden. Eine Halskrause wäre natürlich auch möglich, ein Body ist aber sicherlich die bequemere Alternative für Ihren Hund.

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Einfluss der Kastration

Durch die Entfernung der Keimdrüsen werden weniger Sexualhormone produziert. Das hat Einfluss auf das Sozialverhalten und den Stoffwechsel.

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Der Energiebedarf eines kastrierten Hundes sinkt bis zu 20 %. Durch den veränderten Hormonhaushalt ändert sich der Stoffwechsel und dies führt zu einem niedrigeren Energiebedarf. Futter wird in den meisten Fällen besser verwertet und wenn man nicht aufpasst, bringt der Vierbeiner ganz schnell mehr Gewicht auf die Waage. Zusätzlich hat der Hund auch einen geringeren Energiebedarf, da der Drang, einen Sexualpartner zu finden, nicht mehr so stark oder gar nicht mehr vorhanden ist. Kastrierte Hunde haben auch meist mehr Appetit.

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Andrea der Praxis LebensPuls
Andrea der Praxis LebensPuls

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Fell

Besonders bei langhaarigen Hunderassen kann es nach einer Kastration zu einer Veränderung des Fells kommen. Hierbei kann es vorkommen, dass die Unterwolle mehr wächst. Das Fell hat dann den Charakter von Babyfell oder Welpenfell.

Harn lassen – Inkontinenz

Nach einer Kastration kann es zu Inkontinenz kommen. Dabei handelt es sich um ein unwillkürliches, unbewusstes Absetzen von geringen Mengen von Harn. Meist sind Hündinnen davon betroffen, aber auch bei manchen Rüden kann das vorkommen.

Schilddrüse

Kastrierte Hunde neigen eher zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreoso). Natürlich können aber auch unkastrierte Hunde daran erkranken.

Körperliche Reife

Durch eine Kastration wird die Verteilung der Muskelmasse, die Aushärtung des Skeletts und die Reifung des Gehirns beeinflusst. Es versteht sich von selbst, dass eine zu frühe Kastration enorm negative Auswirkungen hat.

Findet der Eingriff während der Pubertät statt, besteht eine größere Neigung zu Erkrankungen des Gelenkapparates wie zB der Hüftdysplasie.

In manchen Ländern werden Hunde bereits als Welpe oder Junghund kastriert, sie werden Frühkastranten genannt. Das ist keinesfalls dem Tierschutzgesetz konform. Kein gewissenhafter Tierarzt dürfte diesen Eingriff schon so früh durchführen. Zu frühes Kastrieren schränkt die Entwicklung des Vierbeiners ein!

Der beste Zeitpunkt für eine Kastration ist nach Vollendung der Pubertät. Bei der Hündin sollte man zumindest bis zur ersten Läufigkeit warten, beim Rüden besser erst ab ca. einem Jahr. Der Zeitpunkt hängt auch etwas von der Körpergröße des Hundes ab. Kleine Hunderassen haben früher die Reife bzw. sind erwachsen, große Hunderassen brauchen etwas länger. Erst dann ist Körper und Geist ausreichend entwickelt.

Hund Kastration Rüde Hündin Beitrag LebensPuls 123rfVerhalten von Artgenossen auf Kastranten

Manche kastrierten Rüden werden von Artgenossen für Hündinnen gehalten. Zu früh kastrierte Hunde können für Artgenossen wie läufige Hündinnen riechen. Das führt zu unschönen Begegnungen. Die kastrierten Rüden und Frühkastranten werden immer wieder von anderen Hunden belästigt. Das wiederum führt beim Zusammentreffen mit anderen Hunden zu Frustration, Angst und Aggression. Dieses Verhalten ist dann auch mit Training nur schwer in den Griff zu bekommen.

Krankheitsprophylaxe

  • Hündinnen können nicht mehr an Eierstocktumoren und Brustkrebs (Mammatumore) erkranken.
  • Rüden können keinen Hodenkrebs und keine Erkrankungen der Prostata bekommen.

Andere medizinische Gründe für eine Kastration

  • Eine Hündin hat immer wieder eine Scheinträchtigkeit (aber nicht jede Scheinschwangerschaft ist sofort ein Kastrationsgrund).
  • Bei Rüden bei nicht in den Hodensack abgestiegene Hoden (Kryptorchismus), ist eine Kastration durchaus sinnvoll bzw. meist unumgänglich.
  • Bei hormonell ausgelössten Erkrankungen kann eine Kastration Sinn machen oder sogar Leben retten.

Weiterer guter Grund für eine Kastration

Um die Populationen von Streunern überschaubar zu halten, ist die Geburtenkontrolle durch Kastration überaus sinnvoll. Meist sind die Lebensbedingungen für Streuner nicht die besten. Es fehlt die Hygiene, Pflege und Fürsorge und meist ist das Futter knapp bzw. von schlechter Qualität oder nahezu verdorben. Hier setzen sich Tierhilfsorganisationen, ehrenamtliche Tierärzte und Mensch mit Herz für Tiere, für ein besseres Leben der Vierbeiner die sonst keinen haben, ein.

Verhalten

Oft wird eine Kastration vorgenommen, weil man sich speziell beim Verhalten eine Änderung wünscht. Ob diese jedoch tatsächlich eintrifft, kann nie vorhergesagt werden. Wenn untriebiges und aggressives Verhalten hormongesteuert durch den Sexualtrieb bzw die Sexualhormone bedingt ist, kann es nach der Kastration wirklich sein, dass der Hund wesentlich ruhiger und gelassener ist.

Wenn unliebsames Verhalten allerdings nicht durch die Sexualhormone kommt, wird das negative Verhalten nach der Kastration womöglich noch verstärkt. Hier kommt dann meist bei Rüden womöglich noch Angst und Unsicherheit hinzu, was wiederum die Aggression des Hundes steigert.

Auch der Mythos, dass aufreitende Rüden an Hypersexualität oder übersteigerten Sexualtrieb leiden und nach der Kastration damit aufhören, ist falsch. Es kann sogar vorkommen, dass dieses Verhalten nach der Kastration noch viel schlimmer wird. Dieses Verhalten dient nämlich nicht nur der Fortpflanzung, sondern auch dem Stressabbau.

Wer einen Hund hat der gerne jagt sollte wissen, dass der Jagdtrieb durch die Sexualhormone gemindert wird. Ein jagdfreudiger Hund wird also nach der Kastration noch viel mehr jagen wollen.

In der Regel ist ein Hund aggressiv weil er verunsichert ist oder Angst hat. Der Eingriff in den Hormonhaushalt durch die Kastration kann dieses Verhalten eher noch verstärken.

Man kann also sagen, wenn das Verhalten des Hundes sexuell motiviert ist, wird sich sein Verhalten nach der Kastration verändern.

Bei territorialem Verhalten oder Dominanz, wird eine Kastration keinen lammfrommen Hund zaubern. Hier hilft nur liebevolles und konsequentes Training.

Ich möchte an dieser Stelle auch ausdrücklich betonen, dass Kastration keine Verhaltenstherapie ist. Wer einen gut sozialisierten Hund an seiner Seite möchte, kommt nicht darum herum, sich dafür Zeit zu nehmen und mit ihm das Hunde-ABC in einer qualifizierten Hundeschule zu absolvieren. Bei Verhaltensauffälligkeiten ist es ratsam früh genug entsprechend spezielle Trainings zu beginnen.

Durch eine liebevolle und konsequente Erziehung können Sie das Leben mit Ihrem Hund in vollen Zügen genießen.

Eine Kastration macht aus einem ungezogenen Hund nicht plötzlich einen Muster-Vierbeiner!

Für die Ausgeglichenheit des Vierbeiners ist es auch wichtig, sich ausreichend mit ihm zu beschäftigen und für genügend Bewegung und Stressabbau zu sorgen. Jeder Hund hat andere Vorlieben. Für die einen ist Schnüffeln und Fährtensuchen das A und O. Für die anderen ist Agiliti der Sport mit Spaßfaktor.

Eine Kastration ist ein schwerwiegender Eingriff in den Hormonaushalt eines Tieres. Wie das einzelne Individuum darauf reagieren wird, kann nie vorhergesagt werden. Einige kastrierte Hunde haben nach der Kastration keine Probleme oder negativen Auffälligkeiten, andere leiden jedoch an den Folgen ihr Leben lang.

Die Entscheidung der Kastration des Hundes sollte immer zum Wohl des Tieres und nicht für die Bequemlichkeit des Halters getroffen werden!

Alternativen zur Kastration

Lesen Sie hier alles über die Alternativen zur Kastration beim Hund.

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